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Route „Melancholische Wanderungen”

 

Priester und Kapläne, normale Menschen und Adelige: Polen, Deutsche, Juden… und sogar Holländer. Alle Menschen weinen genauso bitter, wenn ihre Angehörigen sterben. Ihre Liebe drücken sie aus, indem sie für die Verstorbenen imposante Grabmale, schöne Denkmäler und zuweilen nur Granitsteine aufstellen, die der Gletscher anschob, bevor er und verließ...

Punkte auf der Route

Marzęcin – ein Dorf, das es nicht gibt

Rudnica – evangelischer Friedhof

Glisno - Mausoleum der Familie von Wartenberg und Ruine des Mausoleums der Familie von Marvitz

Jarnatów – Mausoleum der Familie Rittner

Skwierzyna – Jüdischer Friedhof

Międzyrzecz – Museum der Sargporträts

Bobowicko – Lapidarium der Familie Dziembowski

Goruńsko – Mausoleum der Familie Buttner

Marzęcin – ein Dorf, das es nicht mehr gibt

Im Januar 1945 kam es in der Nähe von Marienspring zu einem Gefecht zwischen 5 deutschen Panzern, die die heranrückenden russischen Truppen vor der Überquerung des Flusses Klodow aufhalten sollten. Der Hinterhalt war gut vorbereitet, aber durch einen einzelnen von einer anderen Seite herankommenden russischen Panzer, der durch die deutschen Truppen angegriffen wurde, war das Überraschungsmoment zunichte gemacht, eine Fehlentscheidung des deutschen Panzerkommandeurs. Die von der anderen Seite aus dem Wald anrückenden russischen Panzer stießen in die Flanke der deutschen Truppe und vernichteten sie.

Die in der Nähe befindliche Ortschaft Marienspring wurde durch die russischen Truppen völlig niedergebrannt.

Heute erinnern an Marienspring nur noch von sichtlich von Menschen gepflanzte Bäume und heute aufgestellte Informationstafeln. Das ehemalige Dorf ist heute ein Wald. Am See finden wir ein Lapidarium aus Gräbern, die überlebt haben. Eigentlich ist das ganze Dorf ein Lapidarium. Ihr sollte es Euch unbedingt ansehen…

Nach Marzęcin +52°49'48.71" +15°7'57.89" kommen wir aus Mironice – dem Dorf an der Route "Vergessene Provinz". Der gepflasterte Weg führt zur Angelstelle. Von dort fahren wir weiter. Nach 3 Kilometern finden wir Wegweiser ins ehemalige Dorf Marienspring. Die Rolle des Fremdenführers übernehmen dann die Informationstafeln.

Entfernung von Mironice nach Marzęcin – 6 km, Straße für Rad- und Autofahrer geeignet.

Friedhöfe im Dorf Rudnica

Rudnica +52°36'59.52" +15°11'33.33" – Der Werdegang des Dorfes begann mit einer Schmiede, die Mitte des 16. Jahrhunderts in Kołczyn entstand. Die Bewohner von Rudnica haben ihre Verstorbenen meistens auf den Kirchenfriedhof beigesetzt, heute sind nur noch wenige Gräber erhalten. Das Gelände um den Friedhof wurde mit der Zeit zu klein. Der neue Friedhof liegt am Waldrand, nordöstlich des Dorfes.

Hinweise zur Anfahrt:

Nach Rudnica kommt man am besten vom Süden, durch die Landesstraße 22. Die Kreuzung +52°34'55.9" +15°11'26.29", an der wir ins Dorf abbiegen, liegt gegenüber der Straße 136 nach Lubniewice. Nachdem wir die Landesstrasse verlassen haben, fahren wir in den Wald hinein, der uns bis ins Dorf begleiten wird. Bereits in Rudnica fahren wir über eine kleine Brücke nach Lubniewce – darunter befindet sich eine malerische Wasserschwelle. Auf der linken Straßenseite sehen wir eine Kirche.

Die Kirche ist der Heiligen Familie geweiht. Sie ist zwar umzäunt, ihre Pforte ist jedoch immer offen. Wenn die Kirche geöffnet ist, lohnt es sich, einen Blick reinzuwerfen. Ihr Inneres ist zwar bescheiden, aber sehr schön ist das sie überspannende Tonnengewölbe.

kościół pw. Świętej Rodziny

Wenn wir die Kirche umkreisen (nach links), sehen wir zwei gusseiserne Kreuze.

Es sind die Gräber des Müllers Gottfried Barsch und seiner Gattin. Dahinter befinden sich noch einige Gräber. Rechts von der Kirche, bereits hinter der Umzäunung sieht man einen Steinberg – es sind die Reste des Gefallenendenkmals. Ähnlich wie in vielen anderen Ortschaften in der Region, wurden auch hier die Gefallenen geehrt.Von der Kirche fahren weiter nach Nordwesten, Richtung Kołczyn. Nach dem Kreuz auf der rechten Straßenseite biegen wir von der Asphaltstraße in einen befestigten Weg ab. Etwa 150 m weiter,am Waldrand, biegen wir rechts in den Weg, der in den Wald führt, ab. Wir fahren zunächst an einem kleinen Wald vorbei, dann in einen alten Baumbestand hinein. Auf der linken Seite sehen wir Reste eines evangelischen Friedhofs aus dem 19. Jh. Obzwar es hier nicht viele gut erhaltene Gräber gibt, ist der Friedhof aufgeräumt und man sieht, dass sich die Menschen darum kümmern.

Auf den meisten Gräbern stehen deutsche Namen, aber – da es das Grenzgebiet zwischen Großpolen und Brandenburg ist – gab es in Rudnica viele Mischehen und Einwohner, die unabhängig von ihrem Nationalitätsgefühl Familiennamen mit polnischer Abstammung trugen.

Das sieht man auf sehr vielen Gräbern. Wenn man sich die Grabtafeln anschaut, sieht man auch, dass es in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in Rudnica viele Familientragödien gab – sehr zahlreich sind hier Kindergräber.

Zu den am besten erhaltenen Gräbern zählt das von Johann Christian Watschke. Schockierend ist, dass er, trotz seines fortgeschrittenen Alters als Soldat verstorben ist (1866 fand der preußisch-österreichische Krieg statt).

pomnik Johanna Christiana Watschke

 

Gegenüber dem evangelischen Friedhof in Rudnica beginnt eine Allee, die zum heutigen Friedhof führt. Die Gräber auf dem jüngeren Friedhof stehen zwischen Sträucher und Bäumen und sind quasi ein ‚Vorhof’ zum heutigen Friedhof.

Die Natur hat auch diesen Ort erobert. Obwohl man hier – im Gegensatz zum vorher besichtigten Friedhof – sieht, dass sich zuweilen jemand an diese Gräber erinnert und eine Kerze anzündet…

Im Radius von 20 km befinden sich zwei Objekte der Route „Melancholische Wanderungen“: Glisno und Jarnatów.

Glisno

Die für ihre Wälder und Seen bekannte Gemeinde Lubniewice birgt zwei Objekte der Route „Melancholische Wanderungen”. Beide sind mit den Hier einst lebenden Familien verknüpft.

Glisno, Mausoleum der Familie von Wartenberg – gebaut vom Nestor der Familie, Carl von Wanderberg, nach dem Erwerb des Schlosses in Glisno im Jahre 1857. Es befindet sich im südöstlichen Teil des Parks, wohin eine Allee nach links vom Palast führt.

Früher gab es am Schloss in Glisno das Mausoleum der Familie von Marwitz, das später von den von Wartenbergs beseitigt wurde. Es wird auch behauptet, dass die gotische Ruine auf dem Hügel einst das Mausoleum gewesen ist.

 

Mehr über das Schloss in Glisno – siehe: Route „Schlösser, Landhöfe und Paläste“.

 

Jarnatów

In der Gemeinde Lubniewice finden wir auch das Mausoleum der Familie von Waldow in Jarnatów. Vom Palast in Glisno fahren wir an der Kreuzung, an der Haltestelle nach links, zur Straße Wędrzyn-Lubniewice. Dort biegen wir rechts ab, in Lubniewice geht es dann links nach Jarnatów.

Bevor wir in dem Dorf das für uns interessante Mausoleum finden, sollten wir uns die barocke Kirche, die der Madonna mit dem Skapulier geweiht ist, ansehen. Sehenswert ist ebenfalls der Palast aus dem 17. Jahrhundert und die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude.

  • kościół pw. Matki Boskiej Skaplerzowej
  • pałac XVII wiek

 

Das Mausoleum in Jarnatów befindet sich direkt am Gemeindefriedhof. Als sich Jarnatów im Privatbesitz befand, wurden die jeweiligen Besitzer in diesem Mausoleum bestattet.

Das Mausoleum ist heute im schlechten Zustand, obwohl einige Elemente erhalten sind, so die von Säulen getragene Kuppel, das Wappen der Besitzer von Jarnatów über der Krypta und das Gitter am Eingang zur Krypta.

 

Nachdem wir uns den Tempel des Nachsinnens angesehen haben, gehen wir zum Mausoleumseingang am Fuße des Hügels.

Das Gitter ist zu unserer Überraschung geöffnet. zwischen den Trümmern kann man Särge sehen, in welchen die sterblichen Überreste der Familienmitglieder beigesetzt wurden...

Etwas deprimiert verlassen wir diesen Platz. Wenn wir noch ein wenig Zeit haben, besuchen wir den alten Friedhof an der Strasse nach Sienna.

 

Skwierzyna

Bei der Besichtigung der Gegend von Międzyrzecz sollte man Skwierzyna besuchen. In dieser einst königlichen Stadt an der Straße, die Großpolen mit der Mark Brandenburg verband, haben über 700 Jahre Juden gelebt. Heute erinnert daran nur noch der Jüdische Friedhof im Süden der Stadt.

Am besten fährt man von Międzyrzecz nach Skwierzyna – am bewaldeten Hügel, an zwei Bauernhöfen und am katholischen Friedhof vorbei.

Der Hügel hieß früher Judenberg – hier liegt der größte jüdische Friedhof im Westen Großpolens.

Wir biegen in den schmalen, nach oben führenden Weg zwischen den Bäumen, 

ein. bereits vor dem Gipfel sieht man die ersten Gräber, die aber nicht wie übliche Grabsteine aussehen. meistens sind es nur kleine Granitsteine, die zwischen Efeu versteckt sind.

Die Größe der Friedhofsanlage sehen wir erst vom Gipfel aus. Auf über zwei Hektar, im Schatten alter Linden und Eichen, sind über 240 jüdische Gräber erhalten.

Die Zeit hat die Spuren der einstigen Friedhofsalleen verwischt, die Gräber scheinen chaotisch dahingeworfen zu sein. Nur im östlichen Teil des Friedhofs lassen sich Spuren von Alleen und Reste der Friedhofsmauer erkennen.

Die jüdischen Gräber in Skwierzyna symbolisieren meistens das Tor des Übergangs vom irdischen ins himmlische Dasein. Erhalten sind für das Judentum typische Ornamente, die darauf hinweisen, wer hier bestattet wurde:

HÄNDE

Auf der Mazewa eines Kohen (Priesters) sind als Symbol für den Priestersegen ausgebreitete Hände mit gespreizten Fingern abgebildet. Sie weisen darauf hin, dass der Verstorbene ein Nachkomme des Erzkaplans Aaron war. Das Symbol erscheint auf den Mazewen bereits im 17. Jahrhunderts. Die Priesterrechte wurden vererbt, so finden wir dieses Symbol auch auf Kindergräbern. Das Volk Israels konnte nur ein Kohen segnen: "Der Herr segne und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (Lb 6, 24-26). Der Aaronische Segen wurde im Tempel von Jerusalem jeden Tag vom obersten Priester verlautbart. Vorher zog er seine Schuhe aus,
verdeckte seinen Kopf und seine Augen mit dem Tallit, um seine Hände nicht zu sehen. In diesem Augenblick war er nur ein Werkzeug Gottes. us diesem Grunde mussten auch alle Anwesenden ihre Köpfe senken.

KRONE

Die Krone symbolisiert das Wissen, die Weisheit und die Frömmigkeit des Verstorbenen. Die Krone ist ein Zeichen der Tora, also das Gesetz, das im Pentateuch enthalten ist. Die Krone Die Krone steht für die Krone des guten Namens, wie sie in den Sprüchen der Väter erwähnt und in der üblichen Inschriftenfloskel „verstorben in gutem Namen“ aufgegriffen wird.

DER DAVIDSTERN

Erschien in der Kunst des 19. Jahrhunderts, als sich die zionistische Bewegung entwickelte. Besteht aus zwei Dreiecken und ist Symbol für Einheit und Harmonie, die aus dem männlichen und weiblichen Faktor besteht. Geheime Wissenschaften sahen darin ein Symbol, das Feuer und Wasser, den Geist und die Materie verband – eine Harmonie der Gegensätze. In der Alchemie – Beschreibung der ursprünglichen Materie, die alle Elemente vereint. Das Zeichen soll sich auf dem Ring Salomons und auf dem Schild Davids befunden haben, um ihn vor Gefahren zu schützen. Auf den Mazewen ist er das Symbol von Erec Izrael und drückt die Hoffnung auf die Rückkehr ins Gelobte Land aus.

LÖWE

Es ist das am häufigsten auf den Gräbern der Männer in Polen erscheinende Motiv. Es ist ein Symbol der Generation von Juda, aus dem Haus Davids, aus der der Messias stammen wird. Ursprung: Jakobs Segen über seine zwölf Sine, Ahnherren der israelischen Stämme.

In der Bibel ist der Löwe Verkörperung der Kraft und Stärke, die mit der Macht des Schöpfers verglichen werden kann. Motiv des Löwen auf Hinterpfoten mit der Palme ist auch das Symbol der Generation von Juda – er symbolisiert die Erlösung – sicherlich sollte es bedeuten, dass der Verstorbene hohes Ansehen genoss.

DIE PALME

Zum Sukkot-Fest wurden Palmwedel vorbereitet und die Menschen, die heilige Schriften studierten und den Willen Gottes ausführten, wurden mit den Früchten der Dattelpalme verglichen – einer wohlig duftenden und wohlschmeckenden Dattelfrucht. Die Palmenwedel auf dem jüdischen Grab bedeutet einen gerechten Menschen, der Glück und ewiges leben genießen wird.

BUCH, BÜCHERCHRANK

Ein gelehrter Mann, der die Schrift kennt, oder ein Mann, der die Tora abschreibt. Auch Lehrer. Manchmal – eine Gänsefeder in der Hand. Das Symbol bezieht sich ebenfalls auf Gelehrte, die die Tora in der Synagoge vorgelesen haben oder Rabbiner waren.

KERZEN, LEUCHTER

Leuchter darstellende Flachreliefs befinden sich zumeist auf Frauengrabsteinen und verweisen auf das Anzünden der Sabbatkerzen als eines der drei Frauengebote. Eine gebrochene Kerze bezieht sich auf unterbrochenes Leben. Heute fungiert sie auch das Symbol der nationalen Identität.

SCHÜSSEL, KRUG

Grabsteine von Leviten (ha-Lewi) zeigen einen Krug oder einen Becher als Symbol für die Aufgabe der Leviten, vor dem Priestersegen Wasser über die Hände des Cohen zu gießen. Die Leviten stehen traditionell hinter den Cohen und übernehmen Tempeldienste und assistieren den Cohen. Sie übernehmen daher oft Organisationsaufgaben.

OPFERBÜCHSE

Opferbüchsen darstellende Reliefs schmückten Gräber von Personen, die für ihre Wohltätigkeit bekannt waren. Häufig waren es Menschen, die medizinische Einrichtungen oder Waisenhäuser finanzierten.

ABGEBROCHENER BAUM

Eine wunderschöne mit Bahrtuch umbundene Säule - Symbol für unterbrochenes Leben. Sie bedeutete unterbrochenes Leben (Unfall, unerwartete, unheilbare tödliche Krankheit – häufig im jungen Alter).

TIERMOTIVE

Sie bezogen sich häufig auf Vornamen. So bedeutete ein Hirsch den Vornamen Cwi, der Bär - Dow, Ber; der Wolf - Zew, Wolf, Beniamin; das Schaf - Rachel, Rebekka; die Taube - Taube oder Jona; der Vogel - Cipora, Fejgl. Darstellungen von Tieren bezogen sich auch auf Charaktermerkmale des Verstorbenen, wie es im Zitat aus der Mischna steht: „Sei tapfer, wie ein Leopard und leicht, wie ein Adler und schnell wie ein Hirsch und tapfer wie ein Löwe, den Willen deines Vaters im Himmel zu tun“.

GÄNSEFEDER, BUCH ODER TINTENFASS

Sie bedeuteten, dass der Verstorbene Schreiber, Schriftgelehrter war, der die heiligen Schriften, insbesondere die Tora abschrieb. Sie standen auch für einen Schriftsteller.

OLIVENZWEIG- Symbol der Erlösung

 

Ein charakteristisches Merkmal zahlreicher jüdischer Gräber in Skwierzyna ist ein Symbol, das nicht aus der jüdischen Tradition stammt. Die reformierten Juden aus Skwierzyna haben das Symbol AUGE DER VORSEHUNG aus dem Protestantismus übernommen.

Die Unkenntnis des hebräischen Alphabets lässt uns die Informationen auf dem Grab und die Epitaphe nicht deuten. Schockierend sind für uns die in griechischen Ziffern eingravierten Daten. So ist das z.B. mit dem Jahr 5730...

Für diejenigen, die der deutschen Sprache mächtig sind, kann das preußische Recht behilflich sein – es ordnete an, kurze Informationen und Epitaphe in deutscher Sprache zu verfassen. Meistens sind sie auf der anderen Seite der Mazewa zu lesen.

Beispiele von Epitaphen:

"Oh weh, oh weh, jedes Herz soll zerfließen, alle Hände schwach werden/ Sagte >>ach<<, das Auge soll weinen/ Wer das sieht, soll klagen, für die gebrochene Hüfte/ den Tod der gerechten Frau/ der berühmten Frau Rejchl/ der Tochter des verstorbenen Gelehrten, unseres Lehrers, Herrn Jehuda Lejba". "Hervorragender Gelehrter, mit guten Taten bedacht/ ein Gerechter und Geprüfter in Ausübung von heiligen Ritualen, von Geboten, im Beschneiden und im Tora-Lesen und im Hornblasen“. Zuweilen sind die Inschriften kürzer: „Hier wurde der gerechte Mann bestattet, der den Weg der Vollkommenheit einschlug und ein ehrlicher Kaufmann war“. „Der Tod zog das Schwert aus der Tasche/er zürnte und erschlug ein winziges Kind“.

 

Die Epitaphe enden mit der Phrase aus dem Gebet für die Verstorbenen (Jizkor): „Möge seine/ihre Seele eingebunden sein in das Bündel des Lebens“.

Andere Objekte auf der Route:

Międzyrzecz – Sammlung der Sargporträts im Schlossmuseum
Bobowicko – Lapidarium der Familie Dziembowski

 

Auf der Route „Melancholische Wanderungen“ spielt das Schloss in Międzyrzecz +52°26'41.12" +15°34'22.29" eine ungewöhnliche Rolle. Obwohl es ein Ort ist, in dem es keine geheimnisvollen Friedhöfe mit noch geheimnisvolleren Gräbern gibt, gibt es dort etwas, was es woanders auf unserer Route nicht gibt und zwar – die polenweit GRÖßTE Sammlung von Sargporträts.

Sargporträts – sind angeblich neben dem Kontusch-Gürtel der einzige polnische Beitrag Polens in die europäische Kunst.

Und in der Tat – sie sind in Europa einmalig. Sargporträts waren jedoch nur eine Ergänzung der Beisetzung, die in der Zeit des Luxus fördernden Barocks, ein – auch für diese Zeit – ungewöhnliches Format hatte.

1696 schrieb B. O'Conno in seinen Tagebüchern: „Die Beisetzungen der Polen sind imposant und pompös, so dass sie nahezu als ein Triumph und nicht als eine Beisetzung ausgelegt werden könnten“. Auf den Sargporträts in unserem Museum sind sowohl Vertreter der in der Gegend lebenden Adeligen als auch des sich hier ansiedelnden deutschen Adels abgebildet. Denn der Tod vereint alle und die Traditionen im Grenzgebiet gehen ineinander über…

Wir laden zum Museumsbesuch ein:

März - November Dienstag – Samstag 9:00 - 16:00, sonn- und feiertags 10:00 - 16:00 Uhr

Museum der Region Międzyrzecz „Alf Kowalski“ ul. Podzamcze 2, 66-300 Międzyrzecz, Tel.: 48 95 742 18 50

 

Lapidarium der Familie Dziembowski

Wir verlassen Międzyrzecz und behalten den Familiennamen Dziembowski, den es unter den Sargporträts gab, in Erinnerung. Unsere melancholische Reise führt uns ins benachbarte Dorf Bobowicko +52°26'30.75" +15°38'18.44". Die Ortschaft liegt auf der Route „Schlösser, Landhöfe und Paläste“.

Von Międzyrzecz fahren wir an der Kirche Johannes d. Täufers zur Straße nach Pszczew. Hinter dem städtischen Krankenhaus, kurz vor dem Fluss Paklica biegen wir links und dann am Bahnhof nach rechts ab. Wir fahren durch den Bahnübergang und fahren am Krankenhaus in Obrzyce - auf der linken Seite - vorbei. Wir fahren in den Wald hinein und sehen das Schild: Bobowicko - 1 km.

Hinter dem Wald: ein kliener Bahnübergang und kurz dahinter beginnt der See Bobowicko, dahinter liegt das gleichnamige Dorf. In Bobowicko biegen wir Richtung Trzciel ab und nach 50 Metern fahren wir nach rechts, in einen gepflasterten Weg, der uns bis vor das Palasttor führt. Wir steigen aus. Das Tor zur Schlossanlage ist zwar geschlossen, trotzdem gehen wir an der Umzäunung zum unten gelegenen See – es lohnt sich. Vor dem Schilfstreifen biegen wir rechts ab und laufen am Seeufer, oben sehen wir die Wirtschaftsgebäude, die zum Schloss gehören. Eine der Bauten steht direkt am Seeufer. Das Gutshaus in Bobowicko sehen wir hoch über uns,

Bobowicki dwór

wir laufen also nach oben.

Die hier einst lebende Familie Dziembowski besaß viele Landgüter. Die Familie war in nationaler Hinsicht nicht hermetisch verschlossen, sie gingen Ehen mit dem benachbarten deutschen Adel ein und während der Reformation nahmen sie Arianen bei sich auf.

Das spätbarocke Gutshaus wurde im 18. Jahrhundert gebaut.

 

Von der Terrasse sehen wir einen kleinen Familienfriedhof, bemerkenswert sind die barocken Gräber und die Epitaphe, alle in deutscher Sprache.

 

Bemerkenswert sind die kunstvoll gearbeiteten Grabsteine. Auf dem dreieckigen Grabsockel sehen wir Trauersymbole: eine Sonne, die im Wasser untertaucht, einen geneigten Baum, einen tauchenden Schwan.

  • słońce tonące w wodzie
  • pochyłe drzewo
  • nurkujący łabędź

 

Das jüngste Denkmal stammt vom Anfang des 20. Jahrhunderts

 

Der Friedhof lag früher unterhalb des Gutshauses. Erst im vergangenen Jahrhundert wurden die erhaltenen Gräber an die heutige Stelle verlegt (die Familie Dziembowski hat ihre Verstorbenen nicht vor den Fenstern bestattet).

Die Ländereien in Bobowice waren im Besitz dieser Familie bis 1945.

Lubtur-Route in der Nähe von Bobowicko:

 

„Von Ordenskleid regiert” – Etappe Bischöfe und Zisterzienser 15km, Sonnige Strände J. Głębokie – 8 km, "LUBKanu" - Obra 4 km, „Bunker, Dämme, Brücken” 14 km – Pniewo

Das Mausoleum der Familie Buttner in Goruńsko

 

Auf der Etappe "Von der Perle zur Quelle", auf der Route „Von Ordenskleid regiert”, kommen wir in die Ortschaft Goruńsko. An der Kreuzung fahren wir nach rechts, Richtung Bledzew...

Diesmal möchten wir Sie zu einem längeren Aufenthalt in Goruńsko überreden.

Also...

In der Etappe "Von der Perle zur Quelle" auf der Route „Von Ordenskleid regiert” kommen wir in die Ortschaft Goruńsko. Wir halten an der teilweise erhaltenen Parkanlage. Wir halten am breiten Straßenrand oder am nächsten Laden. Es lohnt sich, die Nordic-Walking-Stöcke aus dem Gepäckraum zu holen. Ach wo! Hier wird nicht gestohlen! Aber der weitere Weg ist etwas für Nordic-Walking-Fans. Weiterfahrt st nur für Radfahrer möglich, wenn sie ihr Rad drei Stufen hoch getragen haben.

Wir laufen hoch und gehen in den Park, vor uns sehen wir einen asphaltierten Sportplatz und dahinter – zwischen Bäumen – die Wirtschaftsbauten. Der befestigte Pfad führt nach links zu einer alten Allee.

Wir laufen etwa 5 Minuten, bis zur Kreuzung mit der gepflasterten Dorfstraße. Hier biegen wir links ab, der Weg führt uns auf ein Feld...

Wir laufen zwischen alten Kastanienbäumen. Vor uns – auf dem Hügel – ein Wald. Um ihn zu erreichen, müssen wir unseren Weg nach 100 Metern verlassen und nach rechts abbiegen, in eine kaum sichtbare, leicht aufsteigende Allee, die alte Eichen und Kastanienbäume umsäumen. Das war der Beisetzungsweg.

 

Nach weiteren 100 Metern sehen wir vor uns das triste Grab der Familie Buttner. Die letzten Meter schlagen wir uns durchs Gehölzdickicht durch.

Wenn man am Fuße des Mausoleums steht, weiß man sofort, warum es gerade hier gebaut wurde. Man kann von der Treppe des Grabdenkmals fast auf das ganze Dorf blicken. Wir sind aber nicht wegen der idyllischen Landschaft hier… Die uns umgebenden Mauern machen einen bedrückenden Eindruck. Die Säulen können das morsche Tympanon kaum tragen und die Robinien über uns erdrücken uns beinahe.

Vor uns – die offene Krypta. Nur keine Angst, sie steht seit langer Zeit leer. Ihre einzigen Bewohner sind Spinnen und kleine Waldnagetiere, die hineingefallen sind und auf baldigen Hungertod warten…

Ein schlechter Scherz… Bedrückend, wie der Ort, der die Größe der Familie Buttner bezeugen sollte und heute verfällt und selten besucht wird. Lohnt es sich überhaupt, hierher zu kommen? Sicherlich… Die Zeit verrinnt unerbittlich und vollendet das Werk der Zerstörung. Von Jahr zu Jahr gibt es immer weniger solche Stellen im "Lubtur-Land". Nur einige können bewahrt werden.

 

Rückweg: auf der Straße, auf der wir auf die Route „Von Ordenskleid regiert” gekommen sind. Wir werden den Weg ganz bestimmt nicht verfehlen. Der „Grabspaziergang“ nimmt knapp 20 Minuten in Anspruch.

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